sehr vielversprechend war das angebot, dass uns unser hiesiges reisebüro damals unterbreitete. zwei wochen ischia, „eine traumhafte insel“. nach landung in neapel, einer schönen, aber unfassbar dreckigen stadt (an diesem tag regnete es asche – echt wahr!), gings aufs boot in richtung der „traumhaften insel“. obwohl die sonne schien, hatten wir ordentlich seegang, wodurch das boot eher richtung ischia hüpfte, als glitt. isjanichsoschlimm, aber leider waren für uns nur die billigen plätze ganz vorne geblieben und da war’s halt am schlimmsten. gelitten, kreidebleiche menschen gegenüber angestarrt, gelitten, kotzenden menschen in der sitzreihe links angestarrt, gelitten und kurz vorm ziel doch noch schnell nach draußen gestürmt und (mit dem wind-nicht dagegen!!!) über die reeling ins hafenbecken erbrochen. herrlich!
die insel ist ganz objektiv betrachtet wirklich sehr schön, wenn da nicht die 123.876.342.234 fiats, alfas und vespas wären, die sich alle den ganzen tag auf der einzigen, die insel umrundenden straße befinden. nicht nur, dass man auf einem weg zum strand die abgase eines jahres inhaliert; auch ist beim überqueren der straßen besondere vorsicht geboten. es gibt zwar zahlreiche zebrastreifen, aber kein italiener wird jemals für dich bremsen. sollte man einen der wenigen strände jemals lebend erreichen, darf man direkt 30,- € für zwei liegestühle und nen schirm berappen.
unser hotel war unglaublich. in unserer badezimmertür hausten seltsame käferlarven, die permanent holzkrümel hinterließen und vor allem nachts gruselige geräusche verursachten. die mücken raubten uns jede nacht den schlaf und sobald man licht machte, war keine mehr zu sehen. wir erwachten eines morgens mit zusammen 108 mückenstichen. das am abend zuvor aufgetragene autan hatte die viecher anscheinend noch wilder gemacht.
die krönung des ganzen war die eichig-rustikale fresshalle, in der übellauniges personal den gästen das essen auf die teller warf lud. ich teilte unserem kellner direkt am ersten tag mit, dass ich vegetarierin sei (was ich nicht bin, aber mir war schon bei der vorspeise klar geworden, dass der verzehr von fleisch in diesem etablissement möglicherweise lebensbedrohlich sein könnte). mit einem breiten grinsen schlug er mir jeden abend erneut die fleisch-kelle auf den teller. buaahhhh…
das gute an diesem urlaub:
1. kein gramm zugenommen
2. definierter körper (den ischia ist ziemlich bergig und alle wege waren weit)
3. schön braun geworden (weil immer draußen gewesen, auch nachts..)
4. auf dem rückweg nicht gekotzt
immerhin…

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